An Büchern über Japan ist kein Mangel, und auch an Schilderungen aus der Meiji-Zeit fehlt es nicht. Viele Reisende und damals in Japan lebende Ausländer haben ihre Beobachtungen und Erlebnisse auf Papier festgehalten und der Nachwelt überantwortet, die sich schwertut, aus dem Wust an Geschriebenem das herauszufiltern, was auch heute noch - über das rein Historische hinaus - von Interesse ist. Mit diesem Band hat uns Gerhard Hackner, der Leserschaft gewiß als Herausgeber der lesenswerten Sammlung über Die anderen Japaner ein Begriff, wieder ein Buch geschenkt, das helfen kann, jenes Japan kennenzulernen, das fernab der offiziellen Verlautbarungen und »Erklärungen« des offiziellen Japans und seiner dienstbeflissenen ausländischen Mitarbeiter (viele Japanologen) das Leben der Menschen schildert, die das eigentliche Japan ausmachen. Wir vernehmen kleine Geschichten aus dem Alltag von Fuhrleuten und Schmieden, aus dem Bordell und von Yakuza, wir hören vom Pferdemetzger und von Freud und Leid des Dorflebens, der letzte Scharfrichter kommt zu Wort und der Tischler, Eintagsbabys begegnen uns und Altwarenhändler, kurz ein Kaleidoskop der kleinen Leute in Stadt und Land, das eindringlich vor Augen führt, was Japan auch (wenn nicht vor allem) war und ist. Aber nicht nur als Zeugnisse der Sozialgeschichte lassen sich die kleinen Geschichten und Erzählungen betrachten, sie haben durchaus auch literarischen Reiz, und die Zeit vergeht bei der Lektüre wie im Fluge. Seit langem mal wieder ein Japanbuch also, das man nach der letzten Seite mit Bedauern aus der Hand legt, weil man gern noch mehr und weiteres gelesen hätte. Die übertragung ist den Texten in hohem Maße angemessen, und auch ihr ist es zu verdanken, daß man dieses Buch in viele Hände wünscht. Bald ist ja Weihnachten. Hier wäre ein schönes Geschenk für japaninteressierte Leser(innen).
Norbert R. Adami,
Münchner Japanischer Anzeiger
Es gibt Bücher, die sind wie ein geheimnisvoller Kosmos, der den Leser magisch in seine fremde Welt hineinzieht. Solch ein Buch ist Saga Jun'ichis »Von Stroh und Seide«. Was der Kleinstadt-Arzt Saga uns darin erzählt, sind die Erinnerungen seiner Patienten über die Veränderungen ihrer Welt in den vergangenen neunzig Jahren. Tsuchiura, die Heimatstadt des Dr. Saga, ist altes Japan. Sechzig Kilometer von Tokyo am See Kasumigaura gelegen, vibriert der Name mit dem Geist eines genius loci, der das klassische Japan repräsentiert.
Peter Crome,
Radio Bremen
Und plötzlich dann geschieht es, und man hält ein Buch in der Hand, von dem man bereits beim ersten Blick darauf den Eindruck gewinnt: diese Texte führen an allen Klüften und Klippen vorbei mitten hinein ins wirkliche Japan.
Siegfried Schaarschmidt, Hessischer Rundfunk